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Horror im Kino: The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte

Pünktlich zum jährlichen Gruselfest öffnen sich wieder verlassene Friedhöfe, quietschende Särge und alte Katakomben. Gevatter Tod zeigt sich als guter Gastgeber und lädt in "The Mortuary - Jeder Tod hat eine Geschichte" zur schaurigen Gesprächsrunde ein. In drei Episoden, in denen auf skurrile Weise gestorben wird, erwachen blutigen Fantasien zum Leben.


  • Kinostart ist am 22.10.2020.
  • Der Film lautet im Original The Mortuary Collection.
  • Produziert 2019 in Amerika.
  • Laufzeit beträgt 108 Minuten.
  • Regie übernahm Ryan Spindell.
  • In den Hauptrollen spielen Clancy Brown, Caitlin Custer, Christine Marie und Jacob Elordi.
  • Für alle Fans des Horror-Genres geeignet.
  • Trailercheck am Ende des Beitrags!

Der Nebel wabert über die Straßen, ein altes Haus thront auf einem verlassenen Hügel und irgendwo bellt ein Hund in der Ferne. Dass dieses Szenario keine gute Ausgangsbasis bedeutet, sollte jedem Horrorspezialisten von Beginn an deutlich sein. Im Städtchen Raven’s End übernimmt das Bestattungsunternehmen von Montgomery Dark (Clancy Brown) die Funktion des stimmungsvollen Geisterhauses, das anziehend und abstoßend zugleich ist. Wer auf dem Tisch des grimmigen Einsiedlers landet, darf sich sicher sein, in guten Händen zu sein.

 

Die furchtlose Teenagerin Sam (Caitlin Fisher) lässt sich von dem ersten Eindruck des Hauses und ihres Bewohners nicht abschrecken. Sie braucht einen Job und Geld. Ohne Bedenken lässt sich Sam auf ein ungewöhnliches Bewerbungsgespräch ein, in dem Montgomery Dark ihr verschiedene Geschichten über den Tod und die unausweichlichen Konsequenzen erzählt. Doch im Laufe ihres Kennenlernens muss Montgomery erfahren, dass sich hinter dem unschuldigen Gesicht Sams ein dunkler Abgrund lauert, der seinen Geschichten ohne Zweifel das Wasser reichen kann.

Klassische Geisterbahn aus liebevoller Handarbeit

Das Gespräch zwischen Montgomery und Sam dient lediglich als Rahmenhandlung für drei unterschiedliche Horror-Kurzgeschichten, die mit Liebe zum Detail umgesetzt wurden. Handfeste Gore-Effekte und traditionellen Grusel können Zuschauer in jedem Fall erwarten. Wirkliche Spannung entfaltet sich bei den drei sympathisch altbackenen Stories dennoch nicht. In Sachen Ausstattung und Look muss sich der Film von Regisseur Ryan Spindell keineswegs etwas vorwerfen. Mit viel Liebe zum Detail wurden die Sets hergerichtet und versprühen den Charme einer Bei diesem Paar gilt das Eheversprechen bis über den Tod hinaus © capelight pictures nostalgischen Halloweenparty. Teilweise weht noch ein Hauch der 80er-Jahre in den Stilen von "Die Goonies" oder der frühen 90er-Jahre aus "Hocus Pocus" durch die alten Gänge.

 

Deutlich bizarrer gestalten sich die einzelnen Kurzgeschichten, von denen Montgomery Dark seiner Bewerberin berichtet. Von unnatürlichen Wesen, männermordenden Frauen oder ausgebrochenen Psychopathen bietet die Palette alles an, was genreähnliche Filme wie "Scary Stories To Tell In The Dark" ausließen. Eine Portion Gesellschaftskritik darf in den Twists natürlich nicht fehlen. Wer auf der Suche nach neuen Lagerfeuergeschichten ist, wird in dieser Sammlung garantiert fündig.

Ein Film zum Schmunzeln statt zum Gruseln

Trotz seiner morbiden Aufmachung schafft es "The Mortuary - Jeder Tod hat eine Geschichte" nicht gänzlich als Horrorfilm zu überzeugen. Hier steht eindeutig der Spaß im Vordergrund, der durch Sams Kommentierungen und die absurden Ideen in den einzelnen Episoden zum Vorschein kommt. Der Schrecken wird ungeübten Zuschauern dennoch in die Glieder fahren.

 

Das Spielfilmdebüt von Ryan Spindell überzeugt mit Atmosphäre und Stil, was vielen modernen Horrorfilmen fehlt. Diese Hingabe muss gewürdigt werden und entschädigt für Durchhänger und Spannungslücken in der Handlung. Zur Einstimmung auf die kommende Halloween-Saison ein solider Auftakt.


Bildcredits: Capelight Pictures